Auslegung und Bibliographie zur Bibel


Erster Korintherbrief

Der erste Brief des Paulus an die Korinther

1 Kor 7,1-9

Studieren Sie die Bibel! Hier finden Sie einen Einstieg in die wissenschaftliche Auslegung von Bibeltexten mit Literaturangaben.

Wenn Sie diese Bibliographie zum ersten Mal nutzen, lesen Sie bitte die Hinweise zum Gebrauch.

Jede Seite enthält eine Übersetzung des jeweiligen Bibeltextes, sowie Beobachtungen (Vorbereitung der Auslegung), Hinweise zu weiterführender Literatur und eine abschließende Literaturübersicht.

1 Kor 7,1-9

 

 

Übersetzung

 

1 Kor 7,1-9: 1 Was aber euer Schreiben betrifft: Es ist gut für einen Mann, keine Frau zu berühren. 2 Aber wegen der Unzüchtigkeiten soll jeder seine Frau haben und jede [Frau] ihren eigenen Mann. 3 Der (Ehe-)Frau gegenüber soll der (Ehe-)Mann die Pflicht erfüllen; ebenso aber auch die (Ehe-)Frau dem (Ehe-)Mann gegenüber. 4 Die (Ehe-)Frau verfügt nicht über ihren Leib, sondern der (Ehe-)Mann. Ebenso verfügt (auch) der (Ehe-)Mann nicht über seinen Leib, sondern die (Ehe-)Frau. 5 Entzieht euch nicht einander, es sei denn nach Übereinkunft für eine bestimmte Zeit, damit ihr euch dem Gebet widmet, aber [dann] wieder zusammen seid, damit euch nicht der Satan, wegen eures Unvermögens, enthaltsam zu leben, versucht. 6 Das sage ich aber als Zugeständnis und nicht als Gebot. 7 Ich wollte zwar [lieber], alle Menschen wären, wie (auch) ich selbst, doch hat jeder seine eigene Gnadengabe von Gott, der eine so, der andere so. 8 Den Unverheirateten und Witwen sage ich: Es ist gut für sie, wenn sie bleiben wie ich. 9 Wenn sie sich aber nicht enthalten können, sollen sie heiraten; denn es ist besser zu heiraten als sich [in Begierde] zu verzehren.

 

 

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V. 1

 

Beobachtungen: Paulus geht nun auf ein Schreiben der Adressaten - wörtlich: auf das, "worüber ihr geschrieben habt.“ - ein. Dass es sich um ein Schreiben an ihn selbst handelt, ist anzunehmen. Entsprechend lesen zahlreiche Textzeugen "worüber ihr mir geschrieben habt.“ Paulus dürfte also mit der korinthischen Gemeinde in engem wechselseitigem Briefkontakt gestanden haben.

Offen bleibt, wer den Brief überbracht hat.

 

Zunächst macht Paulus eine generelle Aussage: "Es ist gut für einen Mann, keine Frau zu berühren.“ Warum macht Paulus diese Aussage und wie steht er zu ihr? Es gibt drei Möglichkeiten: a) Paulus formuliert seine eigene Meinung; b) Paulus zitiert eine Aussage der Korinther, die er unterstützt; c) Paulus zitiert eine Aussage der Korinther, die er selbst jedoch zurückweist. Es ist anzunehmen, dass Paulus mit dieser Aussage seine eigene Meinung wiedergibt. Dabei greift er aber wahrscheinlich eine Parole auf, die in der korinthischen Gemeinde kursiert und die in dem Schreiben an ihn genannt wurde. Diese Parole ist dem passiven Verhalten, das die Gemeinde gegenüber dem krassen Fall von Unzucht (vgl. 5,1-2) an den Tag legt, fundamental entgegengesetzt. Sollte Paulus die Aussage tatsächlich dem (vermutlich) an ihn gerichteten Brief entnommen haben, so würde dies bedeuten, dass in Korinth völlig verschiedene Einstellungen der Sexualität gegenüber herrschten: von völliger Zügellosigkeit bis hin zu völliger Enthaltsamkeit.

 

Dass der Begriff "anthrôpos“ hier den Mann und nicht generell den Menschen meint, wird aus dem Zusammenhang deutlich.

Das Substantiv "gynê“ kann hier sowohl generell die Frau als auch konkret die Ehefrau bezeichnen. Die Formulierung "nicht berühren“ meint streng genommen jegliche Art der Berührung. Hier ist aber sicherlich die Berührung zum Zwecke der Sexualität gemeint, denn diese ist das Thema des Abschnitts 7,1-9. Übersetzt man "gynê“ mit "Frau“, so wird grundsätzlich Enthaltung gutgeheißen; übersetzt man "gynê“ mit "Ehefrau“, so wird Ehelosigkeit oder Enthaltsamkeit in der Ehe favorisiert. In letzterem Fall stellt sich allerdings die Frage, warum nur die eheliche, nicht aber die außereheliche Sexualität abgelehnt werden sollte. Sollten die korinthischen Gemeindeglieder konkret nachgefragt haben, wie Paulus zur ehelichen Sexualität steht?

 

Weiterführende Literatur: Eine Auslegung zu 1 Kor 6,12-7,40 bietet H. Külling 2008.

 

Zu Fragen der Sexualität im christlichen Leben in 1 Kor 5-7 siehe A. S. May 2004, der auf S. 216-223 auf 7,1-9 eingeht.

 

G. J. Laughery 1997, 109-128 geht der Frage nach, ob Paulus Ehe und Sexualität als gottwidrig angesehen hat. Er verneint dies und kommt stattdessen zu dem Ergebnis, dass Paulus eine angesichts des nahen Weltendes übertrieben asketische Einstellung der Adressaten korrigiert habe.

D. E. Garland 1983, 351-362 macht deutlich, dass Paulus keinen vollständigen Leitfaden im Hinblick auf eheliche Ethik liefere. Paulus antworte vielmehr auf abweichende Sichtweisen und konkrete Problemstellungen. Um die paulinischen Absichten richtig verstehen zu können, sei es notwendig zu erschließen, was ihn zu seinen Aussagen bewegt hat. Allerdings ließen sich einige grundlegende Aussagen zur paulinischen Haltung machen: Paulus sei weniger doktrinär als die Korinther; Paulus halte die Ehe nicht für ein Hindernis im Hinblick auf ein spirituelles Leben; Paulus betone den gegenseitigen Charakter der Ehe.

 

J. C. Laney 1982, 283-294 versteht Paulus als Ausleger der Aussagen Jesu zur Ehescheidung. Seiner Meinung nach gehe Paulus − ohne Ausnahmeklausel − davon aus, dass die Ehe unauflöslich sei. Beendet werde die Ehe allein durch den Tod.

 

N. Baumert 1986, 21-63 legt 7,1-9 aus, wobei er auf die verschiedenen einzelnen Streitfragen und Aspekte eingeht. Eine Auslegung von 7,1-9 findet sich auch bei W. Wolbert 1981, 72-93, der sich auf S. 172-202 mit der Bedeutung des Begriffs "Askese“ und mit der ethischen Rechtfertigung von Verzichten befasst.

H. Merklein 1987, 385-408 bietet zunächst eine eigene Übersetzung von 1 Kor 7 und geht dann auf die Probleme heutiger Leser ein. Dann geht er der Frage nach, wie V. 1b zu verstehen ist und gliedert 1 Kor 7 grob. Es folgt eine knappe Auslegung der einzelnen Abschnitte. Danach untersucht er, ob die Ehe als "remedium concupiscentiae“ zu verstehen ist, und geht auf folgende Aspekte ein: die paulinische Regel und ihre Handhabung; der Grund für die paulinische Regel; die Bevorzugung der Ehelosigkeit. Zuletzt befasst er sich mit der Frage, ob die Frau abgewertet wird.

 

C. C. Caragounis 1996, 543-548 stellt zunächst die zwei Hauptdeutungen von 7,1-7 gegenüber. Die herkömmliche Deutung gehe davon aus, dass Paulus die Meinung vertrete, dass es für einen Mann gut sei, keinen Mann zu berühren, d. h. nicht zu heiraten. Wenn er jedoch nicht zur Enthaltsamkeit in der Lage sei und zu Prostituierten gehe, solle er lieber heiraten. In der Ehe sollten die beiden Partner ihren sexuellen ehelichen Pflichten nachkommen und nur bei gegenseitiger Übereinkunft zeitweise davon befreit sein. Die zweite, besonders vehement von G. D. Fee vertretene Hauptdeutung geht davon aus, dass es sich bei V. 1b um ein Zitat eines Briefes der korinthischen Gemeinde an Paulus handele, gemäß dem die Ehe enthaltsam geführt werden solle. Paulus stimme dieser von Asketen und endzeitlich geprägten Frauen vorgebrachten Ansicht zwar theoretisch zu, sehe sich jedoch angesichts der von sexueller Begierde geprägten Realität zur Forderung genötigt, dass die Partner lieber ihren sexuellen Pflichten nachkommen sollten, als dass die Männer Prostituierte aufsuchen. Von ihren sexuellen Pflichten sollten die Partner nur bei gegenseitiger Übereinkunft zeitweise befreit sein. G. D. Fee 1980, 307-314 hält dementsprechend die von The Holy Bible: New International Version gebotene Übersetzung "not to marry“ für unpassend. Besser sei es, den Ausdruck "gynaikos mê haptesthai“ − wie die Bibelübersetzung King James Version - mit "not to touch a woman“ zu übersetzen. C. C. Caragounis kritisiert, dass beide Hauptdeutungen die sexuellen Verfehlungen der korinthischen Gemeindeglieder überbetonten. Zunächst einmal sei festzustellen, dass es sich bei der Aussage "Es ist gut für einen Mann, keine Frau zu berühren“ um Paulus' Worte handele. Dass "… keine Frau zu berühren“ im Sinne von "nicht zu heiraten“ zu deuten ist, gehe aus dem Zusammenhang hervor. So gebrauche Paulus in V. 1b den Begriff "anthrôpos“ ("Mann“) statt − wie im Folgenden, wo konkret der Ehemann im Blick sei − den Begriff "anêr“ ("Ehemann“). Außerdem heiße es allgemein "eine Frau“ und nicht konkret "seine Frau“. Die Formulierung "seine Frau haben“ in V. 2 sei im Sinne von "eine Frau heiraten“ zu verstehen und nicht − wie G. D. Fee annehme − "mit einer Frau sexuellen Verkehr haben“. Vermag C. C. Caragounis zwar bis hierhin der ersten Hauptdeutung zu folgen, so weicht seine Deutung des Begriffes "porneia“ jedoch ab. "Porneia“ ("Unzucht“) sei nicht im Sinne von unerlaubtem Geschlechtsverkehr z. B. mit Prostituierten zu deuten, sondern im Sinne sexueller Begierde. Diese müsse nicht unbedingt unerlaubten Geschlechtsverkehr nach sich ziehen. G. D. Fee 2003, 197-213 verteidigt in kritischer Auseinandersetzung mit C. C. Caragounis seine Meinung und merkt an, dass dieser die sexuelle Immoralität in Korinth herunterspiele. C. C. Caragounis 2006, 189-199 wiederum wirft G. D. Fee vor, sich nicht ausreichend mit den vielen Kritikpunkten an den seiner Meinung nach fehlerhaften Ausführungen zu linguistischen Sachverhalten auseinandergesetzt zu haben. Daher wiederholt er die wesentlichen Kritikpunkte, arbeitet sie aus und spitzt sie zu.

 

W. E. Phipps 1982, 125-131 gibt einen Überblick über die verschiedenen Thesen, ob es sich bei der Aussage "Es ist gut für einen Mann, keine Frau zu berühren.“ um Paulus’ Meinung handele oder nicht. Er selbst vertritt die Ansicht, dass Paulus einen Slogan der Korinther aufgreife, diesen jedoch korrigiere.

O. L. Yarbrough 1984, 93-101 dagegen meint, dass Paulus zwar dem Slogan als solchem, nicht jedoch dessen absolutem Bezug auf alle Menschen zustimme.

 

J. M. Gundry Volf 1996, 519-541 legt dar, dass in der Forschung Konsens darüber herrsche, dass korinthische Christen Ehelosigkeit aus dem Glauben heraus geübt haben, dass es sich hierbei um eine eschatologische Daseinsform handele. Sie hätten ein starkes Gefühl eschatologischer Erfüllung gehabt, das sich insbesondere in einem lebendigen Pneumatismus geäußert habe. Doch gebe es kein vollständiges und klares Bild der korinthischen sexuellen Enthaltsamkeit und der Theologie, die diese Enthaltsamkeit begründete. J. M. Gundry Volf gibt einen Überblick über verschiedene theologische Erklärungsmodelle, wobei sie selbst die Ansicht vertritt, dass die korinthische sexuelle Enthaltsamkeit auf Pneumatismus, einer Macht-Theologie, einem Verständnis des Körpers als Gott geweiht und des Geschlechtsverkehrs als Sünde basiert habe. Es habe die Sicht vorgeherrscht, dass die neue Kreatur in Christus Ehe und Geschlechtsverkehr ausschließe. Paulus erkenne zwar die Ehelosigkeit als Gnadengabe an, doch solle sie nicht als Lebensform verpflichtend auferlegt werden. Heirat und Geschlechtsverkehr seien keine Sünde.

 

Laut M. Y. MacDonald 2004, 148-168 ließen sowohl 1 Kor 7 als auch 1 Kor 11,2-16 parallele Aussagen über die jeweiligen Verpflichtungen von Männern und Frauen erkennen. Mittels einer sozialgeschichtlichen Analyse geht sie den Fragen nach, ob die parallele Struktur Hinweise auf initiatives Handeln von Frauen und auf ein besonderes Interesse des Paulus und der korinthischen Gemeinde am Verhalten von Frauen gibt, und ob es eine Verbindung zwischen den in 1 Kor 11,2-16 genannten Aktivitäten von Frauen und den Ermahnungen des Paulus in 1 Kor 7 gibt. M. Y. MacDonald kommt zu einem positiven Ergebnis.

M. Y. MacDonald 1990, 161-181 geht der Frage nach, ob die paulinischen Ermahnungen in 1 Kor 7 ähnlich wie die Anweisungen von 11,2-16 im Hinblick auf die Kopfbedeckung durch das Verhalten der Frauen veranlasst sind. Ergebnis: Es gehe Paulus um das Verhalten der gesamten Gemeinde, also sowohl von Männern als auch von Frauen. Allerdings würden seine Ermahnungen ein besonderes Interesse hinsichtlich des Verhaltens von Frauen zeigen, die in ihrer Ehelosigkeit danach streben, heilig an Leib und Geist zu sein (vgl. 7,34). Frauen hätten möglicherweise in besonders großer Zahl zu den Unterstützerinnen der geistliche Vervollkommnung versprechenden radikal asketischen Lehre gehört.

 

R. F. Collins 1983, 420-429 sieht in 1 Thess 4,3-8 eine bedeutende Parallele zu 1 Kor 7,1-7. Allerdings sei 1 Kor 7,1-7 im Gegensatz zu 1 Thess 4,3-8 kein Plädoyer für die enthaltsame Ehelosigkeit, sondern für die Ehe. Paulus greife den korinthischen Slogan "Es ist gut für den Mann, keine Frau zu berühren“ auf, korrigiere ihn jedoch.

Gemäß D. Zeller 2005, 61-77 gehe die Mehrheit der modernen Ausleger davon aus, dass Paulus einen korinthischen Slogan korrigiere, wogegen die altkirchliche Auslegung das Schwergewicht eher auf Keuschheit und Ehelosigkeit gelegt habe. Die jeweilige Gewichtung sei von exegetischen Einzelentscheidungen abhängig. D. Zeller überprüft diese und kommt zu dem Ergebnis, dass im Gegensatz zu heute gängigen Tendenzen Paulus durchweg die Enthaltung über die Ehe stelle.

 

R. E. Ciampa 2009, 325-338 legt dar, dass bezüglich der Formulierung "eine Frau berühren“ zwischen Geschlechtsverkehr, der nur der Befriedigung der Lust dient, und Geschlechtsverkehr, der der Fortpflanzung dient, zu unterscheiden sei. Paulus lehne nur ersteren ab, nicht aber letzteren, der in der Ehe seinen Ort habe.

 

J. M. Gundry Volf 1994, 95-121 geht davon aus, dass die korinthischen Gemeindeglieder Gal 3,26-28 − insbesondere die Aussage "es gibt nicht … Mann und Frau“ - rezipiert haben, und dass auf dieser theologischen Grundlage ihre sexuelle Enthaltsamkeit gründe. 1 Kor 7 müsse als Antwort auf diese Rezeption gelesen werden. Bei der Rezeption von Gal 3,26-28 gebe es jedoch Unterschiede zwischen Paulus und den Adressaten bezüglich des Verhältnisses der eschatologischen oder erlösten Ordnung zur Schöpfungsordnung (vgl. Gen 1,27: Schaffung des Menschen männlich und weiblich). Paulus halte die Schöpfungsordnung im Hinblick auf Geschlecht und Sexualleben weder für abgelöst noch für uneingeschränkt gültig. Damit hätten sowohl Enthaltsamkeit als auch Ehe ihre Berechtigung. Die korinthischen Gemeindeglieder dagegen hielten die Schöpfungsordnung im Hinblick auf Geschlecht und Sexualleben für abgelöst und befürworteten daher die Enthaltsamkeit.

Ähnlich U. von Arx 2009, 193-221, der annimmt, dass wir in 1 Kor 7,1-24 eine Art paulinischer Deutung von Gal 3,28 vor uns hätten und Paulus somit den Ersten Korintherbrief nach dem Galaterbrief geschrieben habe.

 

R. E. Oster 1992, 52-73 beklagt, dass die Forschung bis in die Gegenwart hinein die Bedeutung von antiken Papyri, Münzen, Inschriften und archäologischen Relikten für die Bibelauslegung weitgehend übersehen habe. Er legt dar, dass die religiöse Ehelosigkeit heidnischer − darunter auch ägyptischer - Kulte den kulturellen Hintergrund von 1 Kor 7,1-5 abgebe. So hätten diese Kulte bei bestimmten Festlichkeiten Ehelosigkeit sowohl für die Laien als auch für das Kultpersonal verlangt. Die archäologische Forschung habe nachgewiesen, dass hellenistische Gottheiten in Korinth von der hellenistischen Epoche an verehrt wurden. Sakrale Ehelosigkeit sei nicht nur als Handlung im Rahmen des heidnischen Götzenkultes, sondern vielmehr auch als Akt der Hingabe zu verstehen. Daher sei kaum anzunehmen, dass Paulus von den Konvertiten verlangt hat, alle Muster heidnischer Frömmigkeit abzustreifen. Bedenken habe er nur bei ganz bestimmten Punkten gehabt, so z. B. bei der übermäßigen Länge der von den Korinthern geübten sakralen Enthaltsamkeit

 

Zur Auslegung von 1 Kor seitens Johannes Chrysostomos siehe T. Zisis 2009, 603-612.

 

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V. 2

 

Beobachtungen: Paulus macht deutlich, dass die sexuelle Enthaltsamkeit zwar ein hoch zu achtendes Ideal ist, dass aber durchaus auch der Ehe ihr Recht zukommt. Er begründet dies mit Unzuchtshandlungen, die mittels der Ehe eingedämmt werden sollen.

Paulus unterscheidet also zwischen Gemeindeideal und -realität. Es gibt unter den korinthischen Gemeindegliedern anscheinend Befürworter grundsätzlicher Enthaltung. Diese Anhänger sexueller Askese übersehen nach Meinung des Paulus, dass nicht alle Gemeindeglieder zu solch strenger Enthaltung fähig sind. Um ungezügelter Sexualität vorzubeugen oder sie einzudämmen, befürwortet Paulus, dass jeder Mann seine (Ehe-)Frau und jede Frau ihren (Ehe-)Mann hat. Damit wird nun jedoch nicht die Ehe über die Ehelosigkeit geschätzt, sondern es wird nur jedem eine Ehepartnerin oder ein Ehepartner zugestanden.

 

Die Vorbeugung und Eindämmung von Unzuchtshandlungen ist allerdings wohl nicht der einzige Grund, weshalb Paulus Ehen gutheißt, denn sonst hätte die Formulierung "Aber allein wegen der Unzüchtigkeiten...“ nahe gelegen.

 

Schon aus V. 2 wird deutlich, dass Paulus die Ehelosigkeit und die Ehe als zwei mögliche christliche Daseinsformen diskutiert und darlegt, welches die Voraussetzungen der jeweiligen Daseinsform sind. Die Frage, ob Sexualität innerhalb der Ehe erlaubt ist, wird nicht thematisiert; vielmehr wird von vornherein Sexualität in der Ehe vorausgesetzt.

 

Weiterführende Literatur: H. Merklein 1987, 385-408 bietet zunächst eine eigene Übersetzung von 1 Kor 7 und geht dann auf die Probleme heutiger Leser ein. Dann geht er der Frage nach, wie V. 1b zu verstehen ist und gliedert 1 Kor 7 grob. Es folgt eine knappe Auslegung der einzelnen Abschnitte. Danach untersucht er, ob die Ehe als "remedium concupiscentiae“ zu verstehen ist, und geht auf folgende Aspekte ein: die paulinische Regel und ihre Handhabung; der Grund für die paulinische Regel; die Bevorzugung der Ehelosigkeit. Zuletzt befasst er sich mit der Frage, ob die Frau abgewertet wird.

 

R. B. Ward 1988, 26-31 befasst sich mit Paulus’ Neubestimmung der Ehe als Ort der Befriedigung sexueller Begierde und als Ort erotischer Freuden. Im Rahmen der Ehe sei Sexualität etwas, was auf der Basis von Gleichheit und Gegenseitigkeit zu genießen sei.

 

C. C. Caragounis 1996, fragt nach der Bedeutung der Formulierung dia de tas porneias ("wegen der Unzüchtigkeiten“). Sicherlich nicht gemeint seien − entgegen der Meinung anderer Ausleger − Besuche von korinthischen Christen in den Bordellen der Stadt oder andere unerlaubte sexuelle Kontakte. Vielmehr sei − V. 9 entsprechend - legitime sexuelle Begierde im Blick.

 

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V. 3

 

Beobachtungen: Paulus benutzt nun für den Mann nicht mehr das Wort "anthrôpos“, sondern das Wort "anêr“. Der Grund dürfte darin liegen, dass Paulus nun konkret vom Ehemann spricht. "Gynê“ bezeichnet nun die Ehefrau.

Der Ehemann ist der Mann seiner Frau und die Ehefrau ist die Frau ihres Mannes. Es herrscht also in der Ehe eine Art Besitzverhältnis. Mit diesem Besitzverhältnis ist eine gegenseitige eheliche Pflicht verbunden, die es zu erfüllen gilt.

 

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Weiterführende Literatur: C. A. Wanamaker 2005, 839-849 bietet eine sozio-rhetorische Analyse von 7,1-5. So laute die Maxime der korinthischen Christen, dass Enthaltsamkeit auch in der Ehe eine Tugend sei. Paulus dagegen weise auf die Gefahren einseitiger Enthaltsamkeit hin, die innerhalb der Ehe insbesondere von den Frauen propagiert worden sei. In der hellenistischen Kultur sei die Vorstellung vorherrschend gewesen, dass die Männer samt den Ehemännern letztendlich sexuell frei seien, wogegen die Ehefrauen sexuell ausschließlich an ihre Ehemänner gebunden seien. Um den verschiedenen Formen der Unzucht Einhalt zu gebieten, lege Paulus den Korinthern nicht nur die Ehe ans Herz, sondern weise darüber hinaus auch darauf hin, dass es sich bei der Bereitschaft zum Geschlechtsverkehr um eine eheliche Pflicht handelt.

 

R. B. Ward 1990, 281-289 vergleicht die Einstellung von Paulus gegenüber der Ehe mit derjenigen vom römischen Stoiker Musonius Rufus. Die Leitfrage ist: Paulus meint, dass die Ehe zwar für manche vorteilhaft sei, für andere jedoch nicht. Gilt diese Einstellung auch für Musonius Rufus? R. B. Ward zieht als Schlüsseltext Musonius Frag. 13A heran und arbeitet einige Unterschiede zwischen Paulus’ und Musonius Rufus heraus.

Zu den stoischen und kynischen Elementen in 7,1-9 äußert sich W. Deming 1995, 51-131.

 

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V. 4

 

Beobachtungen: V. 4 geht genauer auf die Pflicht ein. Deutlich wird, dass es um eine leibliche - konkret: sexuelle - Pflicht handelt. Weder der Ehemann noch die Ehefrau haben in dem Besitzverhältnis Verfügungsgewalt über ihren eigenen Körper, sondern diese liegt bei dem Ehepartner bzw. bei der Ehepartnerin.

 

Weiterführende Literatur: Die Deutungen von Macht im Ersten Korintherbrief hat der Aufsatz von E. A. Castelli 1991, 516-534 zum Thema, wobei sie auf S. 211 auf 7,1-9 eingeht, und zwar unter dem Gesichtspunkt des Verhältnisses zwischen den Geschlechtern.

 

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V. 5

 

Beobachtungen: Wenn sich ein Ehepartner dem anderen ohne dessen Einwilligung für eine bestimmte Zeit entzieht, so beraubt er diesen zeitweise der Verfügungsgewalt. Die Ermahnung "Entzieht euch nicht einander“ könnte man auch "Beraubt euch nicht einander“ übersetzen.

 

Will sich ein Ehepartner dem anderen doch für eine bestimmte Zeit entziehen, so ist eine Übereinkunft erforderlich, damit der Entzug nicht zu einem Raub der Verfügungsgewalt wird.

 

Der sexuelle Entzug soll zeitlich begrenzt sein und außerdem dem (längeren) Gebet dienen. Dabei bleibt unklar, warum dem Gebet so eine herausragende Bedeutung zukommt und ob auch ein anderer Trennungsgrund erlaubt wäre. Auf jeden Fall sollen die beiden Ehepartner nach Ablauf der begrenzten Zeit wieder zusammenkommen und sich gegenseitig wieder für den Geschlechtsverkehr zur Verfügung stehen. Paulus begründet dies damit, dass der Satan, der Widersacher, die Ehepartner ansonsten versucht. Paulus versteht also die sexuelle Begierde nicht psychologisch als einen innermenschlichen Trieb, sondern geht von einem Versucher aus. Besonders groß ist die Versuchung nach einer längeren Zeit sexueller Enthaltung.

 

Weiterführende Literatur: Gemäß B. Prete 1979, 104, Anm. 11 könne der Ausdruck pros kairon "für eine bestimmte Zeit“ oder "bei passenden Gelegenheiten“ meinen. In 7,5 sei erstere Übersetzung anzunehmen. G. Scarpat 2000, 151-166 setzt sich mit dieser Ansicht kritisch auseinander. Hauptverantwortlich für die unkritisch hingenommene Übersetzung "für eine bestimmte Zeit“ sei die Vulgata latina, die "ad tempus“ bietet. Tatsächlich sei jedoch "bei passenden Gelegenheiten“ gemeint.

 

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V. 6

 

Beobachtungen: Paulus versteht "das“, also das Gesagte, als Zugeständnis und nicht als Gebot. Doch was genau meint Paulus mit "das“? Meint er sämtliche Ausführungen zur Ehe oder nur die Konkretionen im Hinblick auf die eheliche Sexualität? Ersteres ist wahrscheinlicher. Paulus unterstreicht, dass seine Ausführungen nicht zu dem Missverständnis verleiten sollen, er schätze die Ehe höher als die Enthaltsamkeit. Sie ist ein Zugeständnis, und zwar für diejenigen Personen, die nicht enthaltsam leben können.

 

Weiterführende Literatur: B. M. Winter 1997, 57-66 meint, dass sich das Demonstrativpronomen "dies“ nicht auf V. 1-5, sondern auf V. 7a beziehe. Es markiere den Übergang von Paulus Antwort auf die Bitte der Korinther um eine Anweisung hin zu den Aussagen des Apostels und des "Herrn“ in V. 8ff. In V. 7b erkenne Paulus an, dass sowohl die Ehelosigkeit als auch die Ehe göttliche Gnadengaben sind, in V. 8-24 entfalte er die verschiedenen Aspekte der göttlichen Gnadengaben und Berufungen.

 

C. C. Caragounis 1996, 543-559 vertritt die Meinung, dass das Substantiv "svngnômê“ hier nicht "Zugeständnis“ bedeute, sondern "Entschuldigung“. Paulus mache hier wohl kein Zugeständnis, sondern er entschuldige sich für seine Einmischung und mache dabei deutlich, dass er nur einen Rat gegeben und nicht etwas geboten habe.

N. Baumert 1986, 48-52 vermutet dagegen, dass die Übersetzung "Einverständnis“ (o. ä.) passend sein könnte. Als Deutung käme demnach in Frage: "Wenn jemand ehelos bleiben will, bin ich damit einverstanden.“ Das sei für Juden keineswegs selbstverständlich, und auch bei den Griechen sei es üblich gewesen, dass eine jüngere Witwe wieder heiratete. Somit sei ein "Einverständnis“ als Ausnahme von einer bisherigen Praxis durchaus angebracht.

 

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V. 7

 

Beobachtungen: Wenn Paulus schreibt, er wolle, alle Menschen wären wie er, so geht es ihm nicht allgemein um Fähigkeiten oder um Wesenszüge, sondern ganz konkret um sexuelle Belange. Aus den Worten ist zu schließen, dass Paulus enthaltsam lebt und diese Enthaltsamkeit auch favorisiert. Er ist sich jedoch bewusst, dass nicht alle Menschen diese Gnadengabe besitzen.

Fehlendes Vermögen, sich sexuell zu enthalten, sieht Paulus nicht als Defizit an, sondern er erkennt an, dass Menschen eine andere Gnadengabe haben können. Jeder Mensch - wahrscheinlich meint Paulus nur die christlichen Menschen - hat seine eigene Gnadengabe, und sei es eine andere als die sexuelle Enthaltsamkeit.

Paulus geht es um die Verschiedenheit der Gnadengaben. Daher ist es nicht erforderlich, dass er die einzelnen nennt. Somit bleibt auch offen, ob das eheliche Leben eine Gnadengabe ist.

 

Weiterführende Literatur: F.-J. Ortkemper 1985, 125-132 gibt Denkanstöße aus der paulinischen Ethik. Dabei befasst er sich auch mit paulinischen Aussagen zu Sexualität und Ehe und geht auf S. 127-129 konkret auf 7,1-9 ein. Von der Forderung der korinthischen Asketen, auf die eheliche Begegnung ganz zu verzichten, halte Paulus nicht viel. Er mache ihnen zwar ein Zugeständnis, aber mit klaren Einschränkungen und Bedingungen. Paulus setze seinen ehelosen Lebensstandard nicht absolut. Ehelos zu leben sei ein besonderes Charisma, doch gebe es eine legitime Vielfalt in der Verwirklichung des Christlichen.

 

N. Baumert 1986, 58-63 gibt einen Überblick über die Diskussion, ob es sich bei der Ehe um eine Gnadengabe handele oder nicht. Er geht dagegen bei seiner gesamten Auslegung davon aus, dass Paulus eine positive Meinung von der Ehe habe. N. Baumert 1992, 48-49.389-392 macht jedoch deutlich, dass weder die Ehe noch die Ehelosigkeit selbst als Gnadengabe / Geschenk Gottes bezeichnet werden könnten. Vielmehr sei als Geschenk Gottes die je persönliche Christusbeziehung zu verstehen, von der her der Mensch seine konkrete Berufung erkennen und seine Entscheidung treffen solle. Dabei könne der Mensch sowohl zur Ehe als auch zur Ehelosigkeit berufen sein.

J. K. Kilgallen 1992, 289-323 dagegen meint, dass die Ehe wie die Ehelosigkeit eine Gnadengabe sei. Dagegen: S. Schatzmann 1987, 28-29 unterscheidet Ehelosigkeit und sexuelle Enthaltsamkeit, wobei Paulus letztere als Gnadengabe ansehe.

Auch G. Giavini 1980, 257 befasst sich mit dieser Frage im Rahmen seiner kritischen Auseinandersetzung mit dem Buch von B. Prete, das das paulinische Verständnis von Ehe und Enthaltsamkeit in 1 Kor 7,1-40 zum Thema hat. B. Prete 1979, 116 vertritt die Ansicht, dass Paulus die Ehe nicht für eine Gnadengabe halte. Er sage nur, dass manche Christen eine andere Gnadengabe als die Enthaltsamkeit empfangen haben. G. Giavini versteht nicht, wieso B. Prete sich hier eine unter den Protestanten verbreitete Meinung zu eigen macht, zumal B. Prete doch selbst von der "Vorzüglichkeit der göttlichen Institution der Ehe“ spreche.

 

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V. 8

 

Beobachtungen: Paulus wendet sich an die Unverheirateten und Witwen und macht ihnen deutlich, dass sie bleiben sollen, wie er es ist. Da Paulus enthaltsam lebt, ist davon auszugehen, dass er auch in keiner ehelichen Verbindung lebt.

 

Die Unverheirateten (agamoi) werden nicht näher bestimmt. Es kann sich um Männer oder Frauen handeln. Bei den Männern kommen Junggesellen, Geschiedene und Witwer in Frage, bei den Frauen Jungfrauen und andere noch nicht verheiratete Frauen, sowie Geschiedene. Witwen werden separat erwähnt. Die Nebeneinanderstellung von Unverheirateten und Witwen wirft die Frage auf, warum die Witwen nicht zu den Unverheirateten gezählt werden. Eine Antwort könnte sein, dass mit den Unverheirateten nur eine bestimmte Gruppe Unverheirateter gemeint ist, also z. B. nur Personen, die noch nicht verheiratet sind. Allerdings bleibt jede Einschränkung spekulativ und löst nicht unbedingt die Frage, warum die konkrete Personengruppe neben die Witwen gestellt wird.

Dass die Witwen separat genannt werden, mag damit zusammenhängen, dass die Witwen eine zahlenmäßig große Gruppe dargestellt haben dürften - eine größere Gruppe auf jeden Fall als die Witwer. Ihre Nennung als eigenständige Gruppe mag außerdem damit zu begründen sein, dass sie häufig im Hinblick auf den eigenen Lebensunterhalt besonders bedürftig waren und in gewisser Weise einen eigenen "Stand“ darstellten.

 

Weiterführende Literatur: L. Alexander 1998, 235-256 liest die paulinischen Aussagen zu Enthaltsamkeit und Ehe auf dem Hintergrund griechischer Novellen, in denen die Diskussion der Stoiker und Kyniker über die Ehe ihren Niederschlag finde. Diese Auseinandersetzung sei ein Teil der allgemeinen antiken philosophischen Diskussion über Enthaltsamkeit, Ehe, homosexuelle Liebe, sexuelle Verhältnisse zu Geliebten oder Prostituierten und über Masturbation. Aus 1 Kor 5-7 gehe hervor, dass Paulus den korinthischen Gemeindegliedern nur die Wahl zwischen völliger Enthaltsamkeit und Ehe lasse.

 

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V. 9

 

Beobachtungen: Wiederum empfiehlt Paulus die Ehe nur für den Fall, dass sich die Unverheirateten und Witwen nicht enthalten können. Denn es ist seiner Meinung nach besser zu heiraten als sich in Begierde zu verzehren.

 

Das Verb "pyrousthai“ bedeutet genau genommen "brennen“ oder "entflammt sein“. Wer sich in Begierde verzehrt, brennt also nach sexuellen Handlungen.

 

Weiterführende Literatur: R. K. Molvaer 2004, 45-59 legt dar, dass man im alten Griechenland drei Formen sexueller Beziehung unterschieden habe: a) Ehe, b) Unzucht (z. B. mit einer Prostituierten), c) auf Liebe gegründete, außereheliche Partnerschaft. Das Verb "pyrousthai“ ("brennen“) meine letztere. Paulus ziehe zwar die Enthaltsamkeit und die Ehe der außerehelichen, auf Liebe gegründeten Partnerschaft vor, lehne letztere aber nicht ab. Die außereheliche, auf Liebe gegründete Partnerschaft sei sexuellen Abenteuern z. B. mit Prostituierten vorzuziehen (vgl. V. 36-38).

 

 

Literaturübersicht

 

Alexander, Loveday; “Better to Marry than to Burn”:St. Paul and the Greek Novel, in: R. F. Hock et al. [ed.], Ancient Fiction and Early Christian Narrative (SBL Symposium Series 6), Atlanta 1998, 235-256

Baumert, Norbert; Ehelosigkeit und Ehe im Herrn: eine Neuinterpretation von 1 Kor 7 (FzB 47), Würzburg, 2., durchges. Aufl. 1986

Baumert, Norbert; Frau und Mann bei Paulus. Überwindung eines Missverständnisses, Würzburg 1992

Caragounis, Chrys C.; “Fornication” and “Concession”? Interpreting 1 Cor 7,1-7, in: R. Bieringer [ed.], The Corinthian Correspondence (BETL 125), Leuven 1996, 543-559

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