Auslegung und Bibliographie zur Bibel


Apostelgeschichte (9-12)

Die Anfänge der Heidenmission

Apg 10,9-16

Studieren Sie die Bibel! Hier finden Sie einen Einstieg in die wissenschaftliche Auslegung von Bibeltexten mit Literaturangaben.

Wenn Sie diese Bibliographie zum ersten Mal nutzen, lesen Sie bitte die Hinweise zum Gebrauch.

Jede Seite enthält eine Übersetzung des jeweiligen Bibeltextes, sowie Beobachtungen (Vorbereitung der Auslegung), Hinweise zu weiterführender Literatur und eine abschließende Literaturübersicht.

Apg 10,9-16

 

 

Übersetzung

 

Apg 10,9-16:9 Am folgenden Tag aber, als jene unterwegs waren und sich der Stadt näherten, stieg Petrus auf das Dach, um zur sechsten Stunde zu beten. 10 Da bekam er Hunger und verlangte zu essen. Während man [etwas] zubereitete, geriet er in Ekstase; 11 und er sieht den Himmel geöffnet und ein Gefäß herabkommen, einem großen Leinentuch gleich, das an vier Zipfeln auf die Erde herabgelassen wird. 12 In ihm waren alle Vierfüßler und Kriechtiere der Erde und Vögel des Himmels. 13 Und es erging eine Stimme an ihn: "Auf, Petrus, schlachte und iss!“ 14 (Der) Petrus aber sprach: "Auf keinen Fall, Herr! Denn ich habe noch nie etwas Gemeines oder Unreines gegessen.“ 15 Und eine Stimme [erging] erneut, zum zweiten Mal an ihn: "Was (der) Gott gereinigt hat, das halte du nicht für gemein!“ 16 Dies geschah dreimal, dann wurde das Gefäß sogleich [wieder] in den Himmel hinaufgenommen.

 

 

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V. 9

 

Beobachtungen: "Am folgenden Tag“ meint den Tag nach demjenigen Tag, an dem dem Hauptmann Kornelius der Engel erschienen war (vgl. 10,1-8).

 

"Jene“ sind die beiden frommen Haussklaven und der fromme, treue Soldat, die Kornelius nach der Engelserscheinung zu Simon Petrus nach Joppe gesandt hatte (vgl. 10,7). Diese haben sich vermutlich kurz nach der Engelserscheinung auf den Weg gemacht und sind die Nacht hindurch gewandert. So konnten sie sich schon am Mittag des Folgetages der etwa 50 Kilometer von Cäsarea entfernten Stadt Joppe nähern.

 

V. 9 leitet einen erneuten Orts- und Szenenwechsel ein. Hatte 10,1-8 noch in Cäsarea gespielt und Kornelius und die Engelserscheinung als Mittelpunkt gehabt, so kehrt V. 9 wieder zum Schauplatz Joppe zurück, wo schon die Auferweckung der "Jüngerin“ Tabitha durch Petrus gespielt hatte (vgl. 9.36-43).

 

Der Name "Petrus“ ist genaugenommen ein Beiname. Eigentlich heißt der "Petrus“ genannte Mann Simon bzw. − mit seinem Beinamen − Simon Petrus (vgl. 10,5).

 

Unklar ist, auf welchem Wege Petrus auf das Dach gelangte. Am ehesten ist an eine Treppe außen am Haus zu denken.

Bei dem Dach dürfte es sich um ein für die vorderorientalischen Häuser typisches Flachdach handeln. Dieses Flachdach erscheint als ein für das Gebet geeigneter Ort. Dabei ist das Flachdach nicht unbedingt ein einsehbarer Ort, denn es kann − insbesondere in einer Stadt - von anderen Dächern oder von Mauern verborgen sein. Die Eignung des Daches für das Gebet mag damit zu begründen sein, dass der Blick zum Himmel frei ist und der Ort erhöht, also dem Himmel näher als die Erde ist. Mit der Himmelsnähe mag der Gedanke der Gottesnähe verbunden sein.

 

Die sechste Stunde ist etwa 12 Uhr mittags. Der Hintergrund der Zeitrechnung ist folgender: Bei den Juden beginnt der Wochentag nicht um Mitternacht, sondern mit dem Sonnenuntergang. Dieser Zeitpunkt ist auf 18 Uhr festgelegt. Der Wochentag ist grob in zwei Hälften aufgeteilt, und zwar in Nachtstunden und in Tagstunden. Die Nachtstunden umfassen die Zeit 18 − 6 Uhr. Die Tagstunden reichen von 6 − 18 Uhr. Die sechste (Tag-)Stunde ist die sechste Stunde nach Sonnenaufgang, also etwa 12 Uhr.

Dass Petrus um diese Zeit betet, erstaunt insofern, als die sechste Stunde keine typische Gebetszeit ist. Das Gebet zu einer solch ungewöhnlichen Stunde lässt sich folgendermaßen erklären: Möglicherweise liegt die Annahme zugrunde, dass Apostel wie Petrus häufiger beten als es andere Gläubige tun. Darüber hinaus hat die ungewöhnliche Gebetszeit vielleicht erzähltechnische Gründe, denn die in V. 10-14 geschilderte Erscheinung setzt sowohl das Gebet als auch den Hunger (vgl. V. 10) voraus. Das Gebet setzt sie voraus, weil dieses ein geeigneter Zeitpunkt für Erscheinungen ist (vgl. V. 3). Würde das Gebet allerdings zur eigentlichen Gebetsstunde, der neunten Stunde (= 15 Uhr), stattfinden, dann würde die Erscheinung nach dem Mittagessen erfolgen, also zu einer Zeit, in der Petrus wohl kaum Hunger hat. Um den Hunger wahrscheinlich zu machen, wird das Gebet drei Stunden vorverlegt, also wohl in die Zeit vor dem Mittagessen. Bei dieser Begründung ist allerdings das in der römischen und griechischen Welt übliche Mittagessen vorausgesetzt. So wurde im alten Rom das Mittagessen (prandium) zwischen 12 und 13 Uhr eingenommen. Die Juden nahmen ihre Mahlzeit schon früher, und zwar am späten Vormittag ein. Gemäß bShab 10a waren die vierte und die fünfte Stunde die gewöhnlichen Essenszeiten und nur die Schriftgelehrten aßen zur sechsten Stunde.

Die verfrühte Gebetszeit hat auch die antiken Schreiber irritiert, so dass eine Textvariante das Gebet des Petrus auf die neunte Stunde und damit auf die Zeit des Nachmittagsgebetes verlegt.

 

Weiterführende Literatur: R. Pesch 1981, 105-122 geht von den Thesen F. Mußners in dessen Kommentar von 1974 aus, dass trotz der zahlreichen Unterschiede kein Grund zu der Annahme bestehe, Gal 2,1-10 und Apg 15 würden von zwei verschiedenen Ereignissen berichten, und dass vermutlich das "Aposteldekret“ erst einige Zeit nach dem "Apostelkonzil“ zustande gekommen und von Lukas in den Bericht über dasselbe hineingenommen worden sei. R. Pesch stellt nun die Frage, wie Lukas überhaupt dazu kommt, das "Aposteldekret“ in seinen Bericht über das "Apostelkonzil“ hineinzunehmen. Ergebnis: Lukas habe (aus Antiochenischer Tradition) neben dem Bericht über die dortige Gemeindegründung (Apg 11,19-26) einen Bericht über das Jerusalemer Abkommen (Apg 11,27-30; 12,25; 15,1-4.12b) und das Zustandekommen des Aposteldekrets (Apg 10,1-11,18; 15,5-12a.13-33) gekannt. Da ihm daran gelegen sei, die Heidenmission ganz in die Kontinuität der urchristlichen Gemeinde einzubetten und an Jerusalem zurückzubinden, lasse er sie im Werk des Petrus grundgelegt sein. Weil er die Eröffnung der beschneidungsfreien Heidenmission Petrus zuschreibe, dessen Initiative durch die Jerusalemer gebilligt werde, könne er die Berichte über das Jerusalemer Abkommen und die Lösung des Antiochenischen Konflikts zusammenziehen, wobei er freilich die mit dem Jerusalemer Abkommen zusammenfallende Kollekte der Antiochener ablöse und im (vielleicht ursprünglichen) Anschluss an die Erzählung von der Gründung der Gemeinde kurz erwähne; den knappen Bericht schachtele er um die Überlieferung von der Verfolgung durch Agrippa I.

 

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V. 10

 

Beobachtungen: Der Hunger überfiel Petrus unvermittelt, was sich damit erklären lässt, dass das Gebet, der Hunger, die Ekstase und die Erscheinung erzähltechnisch zusammengehören.

 

Das Verb "geuomai“ kann sowohl "kosten“ als auch "essen“ bedeuten. Weil es hier nicht darum geht, den Geschmack einer Speise durch Kosten zu erfahren, ist die Übersetzung "essen“ passender.

 

Unklar ist, wer das Essen zubereitete. Der Plural "während sie zubereiteten“ ("paraskeuazontôn autôn“) zeigt an, dass es sich um eine Mehrzahl Personen handelte. Allerdings bleibt offen, wer dieser Mehrzahl Personen angehörte. Uns ist nur bekannt, dass das Haus, zu dem das Dach gehörte, dem Gerber Simon gehörte. Der Gerber Simon kann also eine der kochenden Personen gewesen sein, allerdings ist dies nicht sicher, weil er zum Zeitpunkt der erzählten Begebenheiten abwesend gewesen sein kann. Selbst wenn man seine Anwesenheit annimmt, muss er nicht unbedingt zu den kochenden Personen gehört haben. Weil sich nichts zu den kochenden Personen sagen lässt, ist die unpersönliche Übersetzung "während man zubereitete“ zu wählen.

Was dem Petrus für eine Speise bereitet wurde, bleibt offen und spielt auch keine Rolle. Von Bedeutung ist nur, dass es von Seiten der im Haus des Gerbers Simon anwesenden Personen eine Reaktion auf den Hunger des Petrus gab.

 

Die Ekstase war vermutlich mit dem Gebet verbunden. Sie versetzte Petrus in den Zustand, übernatürliche Dinge zu sehen, konkret die in den folgenden Versen geschilderte Erscheinung.

 

Weiterführende Literatur: Zu den Parallelen zwischen der Apg und Homers Ilias siehe D. R. MacDonald 2003, der auf S. 19-65 auf die Parallelen zwischen Apg 10,1-11,18 und Ilias 2 zu sprechen kommt: Kornelius' Vision Apg 10,1-18 stelle eine Parallele zu Agamemnons Traum Ilias 2,16-47 dar, die Versammlung in Cäsarea Apg 10,23b-48 zur Versammlung der Ältesten Ilias 2,48-83, die Versammlung in Jerusalem Apg 11,1-18 zur Heeresversammlung Ilias 2,84-335. Die Vision des Petrus 10,9-16 stelle zwar eine Parallele zum Omen von Aulis Ilias 2,301-335 dar, jedoch werde dieses Omen erst neun Jahre nach seinem Eintreten in einem Rückblick des Odysseus erwähnt. Die beste Erklärung für die Parallelen sei Nachahmung. D. Zoroddu 2009, 563-603 knüpft an die Untersuchung von D. R. MacDonald an, geht jedoch über den Aspekt der Nachahmung hinaus, indem sie sich traditionsgeschichtlichen Aspekten widmet. Die Anspielungen auf Homers Ilias seien nicht nur als literarischer Kniff zu verstehen, sondern hätten auch theologische Bedeutung: Fortsetzung und Erfüllung.

 

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V. 11

 

Beobachtungen: Die präsentische Verbform "er sieht“ verstärkt die Lebendigkeit und Aussagekraft der erzählten Erscheinung vom Himmel her. Die Leser bzw. Hörer der Apg können das Geschehen geradezu vor ihren eigenen Augen sehen, so als wäre es gegenwärtig.

 

Die Öffnung des Himmels ermöglichte die Verbindung von Himmel und Erde, die Schau einer Erscheinung vom Himmel durch einen irdischen Menschen.

 

"Skeuos“ ist ein allgemeiner Begriff für jegliche Art von Gerät. An dieser Stelle ist wohl die konkrete Bedeutung "Gefäß“ zu wählen. Weil der Begriff an sich nichts zum Aussehen des Gefäßes aussagt, folgt eine Beschreibung des Aussehens.

 

Das Leinentuch hatte mindestens vier Zipfel. Ob der Zahl Vier hier eine besondere Bedeutung zukommt, ist fraglich. Zum einen ist wegen des fehlenden Artikels nämlich nicht gesagt, dass das Leinentuch nur vier Zipfel hatte, zum anderen kann die Zahl Vier auch deswegen gewählt sein, weil bei einem Herablassen des Leinentuches an vier Zipfeln sichergestellt war, dass das, was sich auf dem Leinentuch befand, beim Herablassen nicht herunterfiel. Eine solche Sicherheit wäre allerdings bei einem Herablassen an nur drei Zipfeln auch gegeben gewesen. Sofern der Zahl Vier hier eine besondere Bedeutung zukommt, ist am ehesten an die Bedeutung der Gesamtheit zu denken. So mögen die vier Zipfel für die vier Himmelsrichtungen Norden, Süden, Osten und Westen stehen und die vier Himmelsrichtungen für die gesamte Welt. Dann würde sich der Aussagegehalt der Erscheinung auf die ganze Welt beziehen.

Wie die vier Zipfel des Leinentuches gehalten wurden, ob mit Seilen oder auf eine andere Weise, bleibt offen. Auch ist nicht gesagt, in welchem Abstand sich die gehaltenen vier Zipfel voneinander befanden. Bei einem weiten Abstand konnte das Leinentuch nahezu eine Ebene bilden, bei engem Abstand glich das Leinentuch einem Beutel. Nimmt man an, dass Petrus das auf dem Leinentuch befindliche sehen können sollte, ist davon auszugehen, dass das Leinentuch wie eine große Ebene herabgelassen wurde.

 

Weiterführende Literatur: R. D. Witherup 1993, 45-66 befasst sich mit "functional redundancy“ in der Kornelius-Erzählung (10,1-11,18). "Functional redundancy“ sei eine Erzähltechnik, die sich der Wiederholung und der Variation durch Hinzufügung, Kürzung, Änderung der Reihenfolge, grammatische Umwandlung und Ersetzung bediene. Auf diese Weise solle eine vollständige und eindeutige Erfassung der Aussage eines Textes bewirkt werden. So lasse sich die viermalige Erzählung der Vision des Kornelius (vgl. 10,1-8.22.30-33; 11,11-14) und die zweimalige Erzählung der Vision des Petrus (vgl. 10,9-16; 11,5-10) erklären.

 

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V. 12

 

Beobachtungen: In V. 12 werden verschiedene Tierarten genannt, wobei auffällt, dass es sich nur um eine Auswahl handelt. Die Vierfüßler (tetrapoda), Kriechtiere (herpeta) und Vögel (peteina) finden sich auch in den Aufzählungen Gen 1,24-26LXX, die Vögel und Kriechtiere darüber hinaus auch in Gen 6,20LXX. Alle drei in Apg 10,12 genannten Tierarten nennt Paulus in Röm 1,23. In Gen 1,24-26LXX und Gen 6,20LXX finden sich allerdings noch weitere Tierarten. So finden sich in Gen 1,24-26LXX auch die Wildtiere (thêria), die Fische (ichthyes) und das Vieh (ktênos). Das Vieh taucht auch in Gen 6,20LXX auf. Ist aus diesem Befund zu schließen, dass sich die Vision des Petrus nur auf die drei aufgezählten Tierarten bezieht? Oder stehen die drei genannten Tierarten als Teil für das Ganze? Bei letzterer Annahme ließe sich auf Röm 1,23 verweisen, wo über die genannten Tierarten hinausgehend auch alle anderen gemeint sein dürften. Für den Einschluss aller Tiere spricht auch die Deutung, dass die Vierzahl der gehaltenen Enden des Leinentuches auf die weltumfassende − oder auch konkret tierweltumfassende − Bedeutung der Erscheinung hinweise.

Das Fehlen der Wildtiere (thêria) in Apg 10,12 ist schon den antiken Schreibern aufgefallen. Dementsprechend finden sich die Wildtiere in einer Textvariante hinzugefügt.

 

Weiterführende Literatur:

 

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V. 13

 

Beobachtungen: Unklar ist. um wessen Stimme es sich handelt. Am ehesten ist daran zu denken, dass es sich um die Stimme Gottes handelt, dessen Wille gemäß V. 15 maßgeblich für das Handeln des Petrus sein soll.

 

Die Aufforderung "steh auf!“ ("anastas“) besagt nicht unbedingt, dass die Aufforderung an Petrus erging, als er saß oder lag. Sie macht vielmehr deutlich, dass Petrus eine Handlung in Angriff nehmen sollte. Daher ist hier die Übersetzung "auf!“ passend.

 

Das Verb "thyô“ bedeutet im kultischen Zusammenhang "opfern“, im profanen Zusammenhang "schlachten“. Es ist fraglich, ob das von Petrus geforderte Verhalten im Sinne eines Opferdienstes, also als Gottesverehrung, zu verstehen ist.

 

Es fällt auf, dass die Stimme von Petrus nichts verlangt, was einem Juden oder Judenchristen verboten ist. Schließlich wurde Petrus nicht vorgeschrieben, welches Tier er schlachten/opfern und essen sollte, so dass er ein Tier schlachten und essen konnte, dessen Verzehr Juden und Judenchristen erlaubt ist. Dabei erlaubte die Stimme Petrus aber auch implizit, ein Tier zu schlachten und zu essen, dessen Verzehr Juden und Judenchristen eigentlich verboten ist. Die Entscheidung lag bei Petrus.

 

Weiterführende Literatur: P. E. Dion 1984, 207-210 legt dar, dass gewöhnlich Ez 4,14 als atl. Hintergrund zur Vision des Petrus herangezogen werde. Darüber hinaus sei jedoch angesichts der terminologischen und inhaltlichen Übereinstimmungen auch auf Dtn 12,13-27 hinzuweisen. Insbesondere die Aufforderung "Nimm und iss!“ in der Vision des Petrus sei erwähnenswert. Auch in Dtn 12,13-27 werde das Schlachten und Essen thematisiert, und dies sei ebenfalls unter dem Aspekt des Hungers der Fall.

 

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V. 14

 

Beobachtungen: Der Ausdruck "mêdamôs“ ("auf keinen Fall!“) ist vermutlich als Weigerung und zugleich als Protest zu verstehen. Entscheidend ist, dass Petrus der Aufforderung nicht nachkommen wollte. Ob er wusste, von wem die Stimme, die an ihn ergangen war, stammte, ist fraglich. Aus seinem Verhalten lässt sich ein solches Wissen nicht erschließen.

 

Petrus reagierte so, als sei er aufgefordert worden, ein den Juden und Judenchristen verbotenes Tier zu schlachten und zu essen. Wieso diese scheinbar überzogene Reaktion? Zwei Gründe sind denkbar: Entweder empörte den Judenchristen Petrus allein schon die Erlaubnis, ein verbotenes Tier schlachten und essen zu dürfen, oder er hielt alle Tiere auf dem Leinentuch für unrein. Die einen Tiere wären von Anfang an gemäß den atl. Bestimmungen unrein ("akathartos“) gewesen und die anderen wären durch Berührung mit den unreinen Tieren verunreinigt worden. Zur Unterscheidung würden die verunreinigten Tiere als "gemein“ ("koinos“) bezeichnet.

 

Petrus erscheint als gesetzestreuer Judenchrist, was erstaunt, weil er immerhin als Gast bei einem als unrein geltenden Gerber verweilt hat. Ob Petrus tatsächlich so gesetzestreu gewesen ist, wie V. 14 annehmen lässt, ist fraglich. Die Ambivalenz des Verhaltens des Apostels wird besonders in Gal 2,11-14 deutlich, wo Petrus zunächst mit den Heiden isst, sich dann jedoch auf Druck von jüdischer Seite hin von den Heiden absondert.

 

Ausführliche Speisegebote finden sich in der hebräischen Bibel (= AT) insbesondere in Lev 11,1-47LXX. Dort wird zwischen Tieren unterschieden, die von frommen Juden gegessen werden dürfen, und solchen, die ihm verboten sind. Erstere Tiere werden als "rein“ ("katharos“), letztere als "unrein“ ("akathartos“) bezeichnet. Der Begriff "unrein“ ("akathartos“) taucht auch in Apg 10,14 auf. Dass die Bestimmungen in Lev 11,1-47LXX so zu verstehen sind, dass sie sich auf das ganze Tierreich beziehen, lässt sich Lev 11,46LXX entnehmen. Dort heißt es, dass sich das Gesetz auf das Vieh (ktênos), die Vögel (peteina), jedes Lebewesen, das sich im Wasser regt (pasa psychê hê kinoumena en tô hydati), und jedes Lebewesen, das auf der Erde kriecht (pasa psychê herpousa epi tês gês), beziehe. Mit diesen Tierarten ist nahezu das gesamte Tierreich abgedeckt, ohne dass alle Begriffe, die sich in Gen 1,24-26LXX, 6,20LXX und Röm 1,23 finden, auch hier auftauchen. Die Tiere, die sich gemäß Apg 10,12 auf dem Leinentuch befinden, finden sich auch in Lev 11,46LXX. Das Vieh (ktênos) ist zwar nicht mit den Vierfüßlern (tetrapoda) identisch, doch mögen die Vierfüßler auch das vierbeinige Vieh umfassen. Und die Kriechtiere (herpeta) sind wohl mit jedem Lebewesen, das auf der Erde kriecht (pasa psychê herpousa epi tês gês), gleichzusetzen. In Apg 10,14 fehlt im Vergleich mit Lev 11,46LXX nur jedes Lebewesen, das sich im Wasser regt (pasa psychê hê kinoumena en tô hydati). Das heißt aber nicht unbedingt, dass sich die Vision des Petrus nicht auch auf solcherlei Lebewesen bezieht.

 

Weiterführende Literatur: Laut J. J. Kilgallen 1998, 301-302 lasse sich 10,1-11,18 besser verstehen, wenn man klar und deutlich zwischen "gemein/unrein“, "Gott willkommen“ und "gerettet“ unterscheidet. Kornelius sei rein, weil alle Menschen rein sind. Folglich verunreinige der Kontakt mit Kornelius einen Juden nicht. Ebenfalls sei Kornelius Gott willkommen, weil er Gott fürchtet und Gerechtigkeit übt. Dennoch könnten ihm erst die Vergebung der Sünden zuteil und der Geist gegeben werden, wenn er an Jesus Christus glaube. Erst dann könne er auch als gerettet angesehen werden.

 

C. House 1983, 143-153 macht deutlich, dass zwischen der Bedeutung der Begriffe "koinos“ ("gemein“) und "akathartos“ ("unrein“) zu unterscheiden sei. "Koinos“ könne nur etwas Reines werden, und zwar durch den Kontakt mit etwas Unreinem. Der Gebrauch von "koinos“ ("gemein“) und "koinoô“ ("gemein machen“) lasse eine Fortdauer der atl. Unterscheidungen zwischen "reinen“ und "unreinen“ Fleischgerichten in ntl. Zeit erkennen. Diese Unterscheidung werde nicht infrage gestellt. Allerdings würden in Apg 10-11 bestimmte Vorstellungen des späteren Judentums überwunden: dass "reine“ Lebewesen durch den Umgang mit "unreinen“ Lebewesen verunreinigt (oder gemein gemacht) werden, und dass Juden ihre Exklusivität wahren und sich vor Verunreinigung durch den Umgang mit Heiden hüten müssen.

C. Wahlen 2005, 505-518 vertritt die Ansicht, dass es sich bei "gemeinen“ Speisen um Speisen handele, deren Reinheit zweifelhaft ist.

 

M. C. Parsons 2000, 263-274 spricht sich für die Übersetzung der Konjunktion "kai“ in 10,14 mit "und“ aus. Die Übersetzung "oder“ harmonisiere unzulässigerweise 10,14 und 11,8, wo sich die Konjunktion "ê“ ("oder“) finde. In Apg 10-11 werde Petrus hinsichtlich der Sichtweise der Dinge bekehrt. Die Variation des Ausdrucks weise auf die schrittweise Bekehrung des Petrus hin, bei der er lernen müsse, dass Gott sowohl den verunreinigten Juden, der durch den Umgang mit den Heiden unrein geworden ist, als auch den Heiden, der von Natur aus unrein ist, reinigen könne.

 

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V. 15

 

Beobachtungen: Die Stimme erging erneut an Petrus, um ihn von seinem Widerstand gegen die Aufforderung abzubringen. Um die Notwendigkeit der Umsetzung der Aufforderung zu bekräftigen, betonte die Stimme, dass die Aufforderung dem Willen Gottes entsprach. Die Doppelung "erneut, zum zweiten Mal“ kann als Verstärkung und Präzisierung verstanden werden, denn ohne "zum zweiten Mal“ könnte "erneut“ auch "zum dritten/vierten usw. Mal“ bedeuten.

 

Das Verb "katharizô“ kann "für rein erklären“ oder "reinigen“ bedeuten. Die Aussage, dass Gott die Tiere auf dem Leinentuch für rein erklärt oder gereinigt habe, lässt eine Spannung zu den Bestimmungen in Lev 11,1-47 (Unterscheidung von reinen und unreinen Tieren) entstehen. Hat Gott also seine Meinung geändert und die Bestimmungen in Lev 11,1-47 für ungültig erklärt? Einen Meinungswechsel oder eine reinigende Handlung kann man aus dem Aorist "ekatharisen“ ("er hat für rein erklärt / er hat gereinigt“) schließen. Offen bliebe, wann Gott die Tiere für rein erklärt oder gereinigt hat. Am ehesten wäre an die eben ergangene Aufforderung zu denken, die einer Reinigung gleichkommen könnte. Auch könnten die Tiere, die sich auf dem Leinentuch befanden deshalb als gereinigt gelten, weil sie vom Himmel kamen und gemäß bSan 59b nichts Unreines vom Himmel fällt. Und schließlich könnten die Tiere − einer späteren jüdischen Tradition entsprechend - auch aufgrund des Kommens des Messias gereinigt sein (vgl. Midrasch Ps 146/4 [268]). Allerdings kann der Aorist auch feststellende Bedeutung haben und auf eine bereits bestehende Sichtweise Gottes verweisen. So wird nicht in der gesamten hebräischen Bibel zwischen reinen und unreinen Tieren unterschieden. Insbesondere ist auf Gen 9,2-3 zu verweisen, wonach alle Tiere den Menschen als Speise gegeben sind. Der Gedanke, dass alle Tiere für rein zu halten sind und somit geschlachtet und gegessen werden dürfen, kann schöpfungstheologisch begründet sein: Vom heiligen Schöpfergott kann nur Reines geschaffen werden. Die von Gott geschaffenen Tiere können somit ohne Ausnahme von den Menschen, denen sie unterworfen sind, verspeist werden.

 

Die Tatsache, dass dem Judenchristen Petrus erlaubt wird, auch unreine Tiere zu schlachten und zu essen, muss nicht unbedingt als Aufhebung der atl. Speisegebote verstanden werden. Vielmehr kann auch ausgesagt sein, dass das Einhalten der Speisegebote nicht zwingend für die Zugehörigkeit zum Volk Gottes notwendig ist. Damit würde den Heiden − und damit auch dem vermutlich heidnischen Hauptmann Kornelius - der Zutritt zum Volk Gottes, den Christusgläubigen, eröffnet. Abweichend von diesen Deutungen wird Petrus aber die Erscheinung später ganz konkret auf seine Begegnung mit den Heidenchristen hin deuten (vgl. 10,28).

 

Angesichts der Tatsache, dass nicht ausdrücklich gesagt hat, dass Gott alle Tiere gereinigt, ist aber auch möglich, dass sich die Reinigung nur auf die gemeinen Tiere bezieht. Diese ursprünglich reinen Tiere wären durch den Kontakt mit den unreinen Tieren unrein geworden, so dass Gott sie wieder reinigen musste. Da Gott in V. 15 nur von den gemeinen Tieren sprach, kann V. 13 so gedeutet werden, dass Gott Petrus in V. 13 nur zum Schlachten und Essen der gemeinen, nicht jedoch der unreinen Tiere aufgefordert hat. Damit wären nicht die Speisegebote aufgehoben, sondern es wäre ausgesagt, dass reine Tiere, die mit unreinen in Kontakt gekommen sind, nicht unbedingt als verunreinigt betrachtet werden müssen. Damit würde in einer heiden- und judenchristlichen Tischgemeinschaft nicht nur das Essen reiner, sondern auch verunreinigter Tiere ermöglicht.

 

Weiterführende Literatur: A. Barbi 1996, 277-295 untersucht, auf welchem Weg der Heide Kornelius in die Kirche aufgenommen und vollständig integriert wird. Dabei geht er auf die Person des Kornelius, auf die Überwindung der jüdischen Vorurteile bezüglich rein und unrein, die die Heidenmission ermöglicht, auf die Gleichstellung von Juden- und Heidenchristen sowie auf die Tischgemeinschaft von Juden- und Heidenchristen ein.

 

B. R. Gaventa 1986, 107-129 befasst sich mit 10,1-11,18. Sie bespricht die einzelnen Szenen und legt dar, auf welche Weise die Wiederholungen den dramatischen Effekt steigern. Sie zeigt, dass nicht nur Kornelius, sondern auch Petrus der Bekehrung bedürfe. Petrus müsse erkennen, dass er nicht das Recht hat zu bestimmen, was Gott rein gemacht hat und was nicht. Die Aufhebung von Speisegeboten und die Aufnahme von Heiden in die Kirche seien untrennbar miteinander verbunden.

 

J. H. Elliott 1991, 102-108 legt das, dass der Korneliuserzählung 10,1-11,18 eine Diskussion innerhalb der Jesusbewegung zugrunde liege, ob die Jesusbewegung an das Judentum gebunden bleiben soll und inwieweit jüdische Reinheitsgebote für das Verhalten aller Christen gelten sollen. Die Korneliuserzählung mache deutlich, dass auch Heiden in die Jesusbewegung aufgenommen werden sollten, für die die Reinheitsgebote nicht gelten. Lukas stelle dem Tempel samt seinen Satzungen und (Reinheits-)Geboten das Haus und die Gastfreundschaft gegenüber. In diesem häuslichen Rahmen würden die soziale Abgrenzung und die jüdischen Satzungen und Gebote überwunden und den Heiden das Evangelium, das Reich Gottes und die christliche Gemeinschaft eröffnet. Ähnlich D. J. Scholz 2002, 47-61, der eine Analyse erzählerischer Gesichtspunkte bietet.

 

C. A. Miller 2002, 302-317 geht der Frage nach, ob Petrus gemäß der Korneliuserzählung vor seinem Aufsuchen der Heiden erst von der Befolgung des Gesetzes (= Tora) Abstand nahm, oder ob Petrus einfach den Heiden das Evangelium brachte. In ersterem Fall ginge es in der Vision um die Aufhebung des Gesetzes, in letzerem Fall um die gleichberechtigte Aufnahme der Heiden in das Haus Gottes. Ergebnis: Trotz der Mehrdeutigkeit der Vision sei doch offensichtlich, dass sie nicht auf die Speise bzw. Speisegebote, sondern auf Menschen bezogen werden soll. Ähnlich D. J. Scholz 2002, 47-61, der eine Analyse erzählerischer Gesichtspunkte bietet.

 

J. D. M. Derrett 1988, 205-221 vertritt die Ansicht, dass uns die Vision des Petrus zurück zu Noah führe. Noah habe reine und unreine Tiere gegessen und ein grundlegendes Schlachtritual durchgeführt. Christus habe sowohl die Opferordnung Noahs als auch die Opferordnung des Mose zugunsten des Opfers seiner selbst aufgehoben. Damit seien auch die aus dem Tempelopferdienst und aus dem pharisäischen Haushalt entspringenden Tabus entfallen. Die Reinheit des Neuen Israels, an der gleichermaßen Juden- und Heidenchristen Anteil gehabt hätten, sei nicht darüber hinaus gegangen, die Enthaltung vom Götzenkult, von sexuellen Abschweifungen und von bluthaltigen Speisen zu sichern. Dafür sei der ursprüngliche Bund Gottes mit Noah grundlegend gewesen, von dem Moses "Gesetzgebung“ nur eine vorübergehende Ausnahme gewesen sei. Moses "Gesetzgebung“ habe weiterhin für diejenigen Juden, auf die der Geist nicht gekommen war und die weiterhin des Schutzes ihrer speziellen Tabus bedurften, gegolten. Das Apostolische Dekret hänge also von der Vision des Petrus ab und werde durch einen Verweis auf Amos gestärkt. Amos habe die Reinheit des neuen Priestertums vorhergesehen, über dem Gottes Name habe ausgerufen werden sollen.

 

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V. 16

 

Beobachtungen: Fraglich ist, worauf sich genau "dies“ ("touto“) bezieht. Bezieht es sich auf die gesamte Erscheinung? Oder auf das wiederholte Ertönen der Stimme und die Erwiderung des Petrus? Oder nur auf das Ertönen der Stimme?

"Dies“ geschah dreimal. Entweder wurde also Petrus dreimal die gleiche Erscheinung zuteil, samt folgendem wiederholtem Ertönen der Stimme und Erwiderung des Petrus. Oder das wiederholte Ertönen der Stimme erfolgte dreimal, so dass die Stimme sechsmal ertönt wäre und Petrus dreimal erwidert hätte. Oder die Stimme ertönte dreimal, wobei sich die Frage stellen würde, ob es bei einer Erwiderung des Petrus blieb oder ob er sie wiederholt hat. Die Tatsache, dass das "Gefäß“ erst nach dem dreimaligen Geschehen wieder in den Himmel hinaufgenommen wurde, schließt erstere Deutung aus, denn eine dreimalige Erscheinung hätte erfordert, dass das "Gefäß“ nach jeder der drei Erscheinungen wieder in den Himmel hinaufgenommen wurde.

 

Fraglich ist, welche Bedeutung der Dreizahl zukommt. Steht sie für die Unwiderruflichkeit der Reinigung? Musste nun jeglicher Widerspruch verstummen? Oder ist der Widerspruch des Petrus als Leugnung des Willens Gottes zu verstehen, ähnlich der dreifachen Verleugnung Christi nach dessen Gefangennahme (vgl. Lk 22,54-62 parr.)?

 

Weiterführende Literatur:

 

 

Literaturübersicht

 

Barbi, Augusto; Cornelio (At 10,1-11,18): percorsi per una piene integrazione dei pagani nella chiesa, RicStBib 8/1-2 (1996), 277-295

Derrett, J. Duncan M.; Clean and Unclean Animals (Acts 10:15, 11:9): Peter’s Pronouncing Power Observed, HeyJ 29/2 (1988), 205-221

Dion, Paul E.; Dt 12 et la vision de Pierre à Joppe, ScEs 36/2 (1984), 207-210

Elliott, John H.; Household Meals vs. Temple Purity: Replication Patterns in Luke-Acts, BTB 21/3 (1991), 102-108

Gaventa, Beverly Roberts; From Darkness to Light: Aspects of Conversion in the New Testament (Overtures to Biblical Theology 20), Philadelphia, Pennsylvania 1986

House, Colin; Defilement by Association: Some Insights from the Usage of KOINOS/KOINOÔ in Acts 10 and 11, AUSS 21/2 (1983), 143-153

Kilgallen, John J.; Clean, Acceptable, Saved: Acts 10, ET 109/10 (1998), 301-302

MacDonald, Dennis R.; Does the New Testament Imitate Homer? Four cases from the Acts of the Apostles, London 2003

Miller, Chris A.; Did Peter’s Vision in Acts 10 Pertain to Men or the Menu?, BS 159/3 (2002), 302-317

Parsons, Mikeal C.; “Nothing Defiled AND Unclean”: The Conjunction’s Function in Acts 10:14, PRSt 27/3 (2000), 263-274

Pesch, Rudolf; Das Jerusalemer Abkommen und die Lösung des Antiochenischen Konflikts. Ein Versuch über Gal 2, Apg 10,1-11,18, Apg 11,27-30; 12,25 und Apg 15,1-41, in: P.-G. Müller [Hrsg.], Kontinuität und Einheit, FS F. Mußner, Freiburg i. Br. 1981, 105-122

Scholz, Daniel J.; "Rise, Peter, kill and eat.“ Eating Unclean Food and Dining with Unclean People in Acts 10:1-11:18, Proceedings EGL&MWBS 22 (2002), 47-61

Wahlen, Clinton; Peter’s Vision and Conflicting Definitions of Purity, NTS 51/4 (2005), 505- 518

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